Dieser Beitrag beschreibt einen erfundenen, aber typischen Auftrag. Die Firma gibt es nicht, der Ablauf entspricht der Arbeitsweise der Eywora AI Crew.
Die Ausgangslage
Ein Hersteller von Werkstattbedarf betreibt einen Shop auf Shopware 6.6. Bisher verkauft er an Privatkunden und Betriebe zu denselben Preisen. Jetzt sollen Fachhändler nach dem Login eigene Preise sehen: netto, rund 20 Prozent unter dem Endkundenpreis, mit Staffeln ab 10 und ab 50 Stück. Privatkunden sollen davon nichts bemerken. Der Betreiber hat keinen Entwickler im Haus und beschreibt den Auftrag in der Oberfläche der AI Crew in drei Sätzen, so wie er ihn einem Kollegen erklären würde.
Schritt 1: Verstehen und schätzen
Der KI-Teamleiter zerlegt den Auftrag und stellt zwei Rückfragen, die in solchen Projekten fast immer offen sind: Wer entscheidet, welcher Kunde Fachhändler ist, und sollen die Händlerpreise auch im Warenkorb und auf der Rechnung netto erscheinen? Die Antwort: Die Freischaltung macht der Betreiber von Hand im Admin, und ja, netto überall. Der Agent für Kostenschätzung nennt vorab eine grobe Spanne für die KI-Nutzung dieser Aufgabe. Dann beginnt die Arbeit an der Kopie.
Schritt 2: Erst die Bordmittel
Der Agent für Schnittstellen und Systeme prüft zuerst, was Shopware 6 von sich aus kann, denn jede Zeile eigener Code ist eine Zeile, die bei späteren Updates mitgepflegt werden muss. Für diesen Auftrag reicht der Standard erstaunlich weit: Eine neue Kundengruppe „Fachhandel“ mit Netto-Anzeige, eine Regel im Rule Builder, die auf diese Kundengruppe zielt, und erweiterte Preise an den Produkten, die diese Regel mit den Staffelpreisen verknüpfen. Weil die Preise für mehrere hundert Produkte gelten, legt der Agent sie nicht von Hand an, sondern über die Admin-API aus einer Preisliste, die der Betreiber als Tabelle liefert.
Ein Punkt bleibt übrig: Im Listing und auf der Produktseite soll bei Händlern neben dem Nettopreis ein Hinweis „zzgl. MwSt., Händlerpreis“ stehen, und bei Staffelpreisen eine kompakte Tabelle statt der Standarddarstellung. Dafür entsteht ein kleines Plugin, das die betroffenen Twig-Templates erweitert, ohne sie zu kopieren. So bleibt es updatesicher: Ein Shopware-Update überschreibt keine Plugin-Dateien.
Schritt 3: Prüfen
Ein zweiter Agent prüft den Code des Plugins, der Agent für Sicherheit und Datenschutz schaut, ob Händlerpreise wirklich nur eingeloggten Händlern angezeigt werden, auch über die Store-API und in Suchergebnissen. Die automatischen Tests spielen danach die wichtigsten Wege durch: Privatkunde sieht Bruttopreis, Händler sieht Nettopreis, Staffel greift ab 10 und ab 50 Stück im Warenkorb, die Bestellbestätigung weist die Mehrwertsteuer korrekt aus, und der bestehende Checkout läuft unverändert. Die Designerin unter den Agenten prüft die Staffeltabelle auf dem Smartphone.
Schritt 4: Vorschau und Freigabe
Der Betreiber bekommt den Link zur Vorschau der Kopie und zwei Testzugänge, einen als Privatkunde, einen als Fachhändler. Er klickt eine Bestellung durch, stellt fest, dass die Staffeltabelle auf der Produktseite zu weit unten steht, und gibt dieses Feedback. Die Agenten rücken die Tabelle unter den Preis, die Tests laufen erneut, die zweite Vorschau wird freigegeben. Für einen Auftrag dieser Größe gilt: morgens beschrieben, am selben Tag zum Testen bereit; die Feedbackrunde kommt hinzu.
Schritt 5: Livegang
Am nächsten Releasetag, einem Dienstag, legt der Release-Manager ein Backup an und spielt Plugin, Kundengruppe, Regel und Preise ein. Die Änderung ist im Versionierungssystem dokumentiert, mit dem Auftrag in den Worten des Betreibers. Sollte sich herausstellen, dass ein Händler doch Bruttopreise sieht, setzt das signundsinn-Team die Änderung zurück; zwei Rücksetzungen pro Monat sind enthalten. In diesem Szenario bleibt es beim Livegang, und der Betreiber schaltet am selben Nachmittag die ersten zwölf Händler frei.
Was dieses Beispiel zeigt
Der eigentliche Wert liegt nicht im Plugin, sondern in der Reihenfolge: erst verstehen, dann die Bordmittel ausreizen, dann so wenig eigenen Code wie möglich, dann testen, dann freigeben. Diese Reihenfolge gilt für jeden Auftrag, auch für die kleinen, für die sich ein Agenturangebot nie gelohnt hätte. Wie der Ablauf mit Kopie, Backup und Rollback im Detail funktioniert, steht im Beitrag Kopie, Freigabe, Backup, Rollback; die unterstützten Shopware-Versionen nennt die Systemliste.
Quellen
- Shopware AG – Dokumentation Shopware 6 (Kundengruppen, Rule Builder, erweiterte Preise, Plugins) – https://docs.shopware.com/
- Eywora, FAQ zur AI Crew: Was kann die AI Crew konkret umsetzen, wie funktioniert die Freigabe – https://www.eywora.com/faq/ai-crew/




